Fachreferate

Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass (PAK)
im Verband Bayerischer Sing und Musikschulen

Berichte und Meldungen


In Nordrheinwestfalen steht die Gründung einer PAK bevor. Unter der Leitung von Prof.Gottfried Engels haben sich bereits ca.15 aktive Kontrabasspädagogen gefunden, die für die Jahre 2009 und 2010 bereits Veranstaltungen planen, u.a. in der Landesmusikakademie Heek.


Jahresbericht 2008/2009 für VBSM

10 Jahre „PAK Bayern“ 1999-2009
(Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im VBSM e.V.)

Die PAK Bayern besteht im Schuljahr 2008/2009 nun seit 10 Jahren. Deshalb an dieser Stelle eine kurze Information zur Entwicklung dieses Fachreferats des VBSM e.V.:

Seit 1997 gab es den Aktionstag Kontrabass an der Hochchule für Musik in München. Eine Initiative von Prof.Klaus Trumpf, die vom VBSM e.V. finanziell gestützt wurde. Die Form und der Inhalt dieser Veranstaltung sollte aus Sicht des VBSM mehr auf die Bedürfnisse der bayerischen Musikschullandschaft ausgerichtet werden.

Deshalb beauftragte Werner Mayer, damaliger Geschäftsführer des VBSM e.V. den Kontrabasspädagogen mit der damals größten Kontrabassklasse in Bayern, Uwe Einzmann M.A. mit der Gründung und Leitung eines entsprechenden Fachreferats. So lud Uwe Einzmann am 17.April 1999 zum 1.Arbeitstreffen der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im VBSM e.V. (kurz „PAK Bayern“) und somit zur Gründungsveranstaltung der PAK Bayern ein. Der Einladung zu diesem ersten Treffen folgten Stephan Bauer, Emmerich Bünemann, Sabine Thron, Joachim Trunte und Clemens Dannenbeck. Dieser kleine, aber sehr engagierte Kreis von Kontrabasspädagogen aus ganz Bayern diskutierte und erarbeitete damals die Grundkonzeption der PAK Bayern , die lautet: „In der Arbeitsgemeinschaft steht die Förderung des Instrumentalfaches Kontrabass an erster Stelle. Es werden spezifische Themen konstruktiv erörtert und diskutiert; bei Vorlage von Notenmaterial wird auch musiziert. Die Veranstaltungen verstehen sich als Forum für Erfahrungsaustausch im Kollegenkreis ohne die Freiheit der Methode einzuschränken. Sie richten sich gleichfalls an Nebenfachpädagogen und interessierte

Schulleitungen. Die Arbeitsfelder sind u.a. Instrumentalpädagogik Kontrabass, Nachwuchsförderung und Lehrerfortbildung.“

Auf der Basis dieser Zielsetzung treffen sich seither 2x jährlich interessierte Kontrabasspädagogen, Musikschulleiter, Hochschuldozenten und auch Instrumentenhersteller zu Arbeitstreffen, die im Frühjahr und Herbst in bayerischen Musikschulen bzw. den Musikhochschulen stattfinden. Inzwischen finden die Herbsttermine regelmäßig an der Münchener Hochschule und die Frühjahrstermine an der Nürnberger Musik- bzw.Hochschule statt. Ebenso wurde die inhaltliche und organisatorische Konzeption der Aktionstage Kontrabass an der Hochschule für Musik und Theater München übernommen. (Auch diese Veranstaltung lief in 2009 zum 13.Mal als größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland mit Erfolg.) Im Frühjahr 2002 übergab Uwe

Einzmann die Leitung der PAK Bayern an Stephan Bauer, Solobassist der Niederbayerischen Philharmonie und damals Kontrabasslehrer an der KMS Erding.

Unter der neuen Leitung wurde 2004 die Idee Uwe Einzmanns, ein breitgefächertes Fortbildungsseminar für Kontrabasslehrer und -Schüler anzubieten mit dem 1.BAVARIAN BASS CAMP in der Bayerischen Musikakdemie Alteglofsheim umgesetzt. Inzwischen finden die BAVARIAN BASS CAMPS jährlich in den Faschingsferien mit inzwischen über 70 Beteiligten KontrabassistINNen jeglichen Alters statt und sind bei Schülern, Studenten, Hochschuldozenten und anderen Kontrabassbegeisterten ein fixer Termin.

Seit 2008 ist eine weitere regelmäßige Fortbildungsveranstaltung dazugekommen, die sich an fortgeschrittene Kontrabassschüler und Kontrabasslehrer richtet. Beim 1.PASSAU OPEN BASS Kontrabassworkshop in den Herbstferien 2008 unterrichtete Prof. Johannes Auersperg aus Wien Kontrabasslehrer, begabte Minibassschüler, jugendliche Jugend-Musiziert-Teilnehmer und angehende Musikstudenten intensiv. Das Ergebnis des

Workshops konnten die Teilnehmer bei einer Abschlußmatinee im bekannten „Scharfrichterhaus Passau“ vorstellen. (Auch dieser Workshop wird in den diesjährigen Herbstferien vom 30.10.-3.11.09 wieder stattfinden.) Darüber hinaus waren weitere Aktivitäten der PAK Bayern die Zusammenarbeit mit dem Landesausschuss

"Jugend musiziert", die Mitgliedschaft im Fachbeirat und in der Initiativgruppe PRO-KONTRABASS im VdM, Fortbildungsveranstaltungen in anderen Bundesländern und in Österreich, Instrumentenentwicklung durch Mitglieder der PAK Bayern in Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern („Freudenstein-Bass“, „St.Veiter Kinderbass“), Aufbau des Netzwerkes BIB (Bass In Bayern), Datenbank mit Kontrabasspädagogen, Berufs-

Kontrabassisten etc., Internetseite PAK Bayern www.pak.musikschulen-bayern.de. Darüber hinaus unterstützt die PAK Bayern die Musikschulen vor Ort bei der Berwerbung des Faches Kontrabass, gibt Informationen zur Instrumentenbeschaffung, vermittelt zwischen Schulleitungen und Kontrabasslehrern beim Aufbau einer Kontrabassklasse usw.

Ein wichtiger Termin ist der jährlich stattfindende Bayerische Musikschultag. Hier informiert die PAK Bayern anlässlich der VBSM-Mitgliederversammlung seit Jahren die teilnehmenden Musikschulen und deren Leitungen über ihre Arbeit. Auch dieses Jahr wird die PAK Bayern mit ihrem Infostand mit dabei sein und aus Anlass ihres 10-jährigen Bestehens auch ihr „Jubiläumsarbeitstreffen“ im Rahmen des Bayerischen Musikschultages in Bad Tölz abhalten.

Für die kommenden Projekte, wie den 2.PASSAU OPEN BASS Workshop vom 30.10.-3.11. 2009 in Passau, den 14.Aktionstag Kontrabass am 30.Januar 2010 in München , das 7.BAVARIAN BASS CAMP 2010 in den Faschingsferien (15.-19.2.2010), sowie die Arbeitstreffen im Frühjahr 2010 in Nürnberg und im Herbst 2010 in München gilt die vom Gründer der PAK, Uwe Einzmann, ausgerufene, gut bayerische Devise:


PAK mas!“


Jahresbericht 2006/2007 für den VBSM e.V.

 


                    „PAK Bayern“

Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im VBSM e.V.

Das 17. Arbeitstreffen der PAK Bayern an der Städtischen Musikschule Nürnberg mit dem Thema Streicherklassenunterricht aus der Sicht des Kontrabasspädagogen setzte in diesem Unterrichtsjahr die Reihe der im Wechsel in München und in Nürnberg stattfindenden Arbeitstreffen der PAK Bayern fort. Corinna Zimprich von der Musikschule Nürnberg stellte dabei das „Nürnberger Modell“ des Streicherklassenunterrichts vor. Dies zeigt ,wie die PAK Bayern die neuesten Entwicklungen im Musikschulbereich zu Ihren  Themen rund um die Förderung des Kontrabassunterrichts und des Kontrabassspiels an den bayerischen Musikschulen macht. Deshalb ist die PAK Bayern auch in der Arbeitsgruppe „Leistungsprüfungen“ des VBSM vertreten.
 

Der 11.Aktionstag Kontrabass im Januar 2007 mit über 100 Teilnehmern in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater in München wächst weiter. Hier freuen wir uns auf die kommende Zusammenarbeit mit den Nachfolgern von Prof. Klaus Trumpf, Roman Patkolo und Nabil Shebata. Sowohl inhaltlich als auch auf die Zahl der Teilnehmer und inzwischen sehr interessierten Aussteller (Instrumente, Zubehör, Noten) bezogen, ist dies die größte regelmäßige Veranstaltung ihrer Art bundesweit. Das Konzert bayerischer Kontrabassschüler gab dieses Mal den Auftakt zu einem Tag mit praktisch erlebbaren Themenblöcken, wie dem „Kontrabass im Jazz“ mit Markus Schlesag und dem „Michael Schleinkofer-Trio aus Nürnberg, bzw. der Schulmusik-Klasse der HfMuT München unter Leitung von Günter Holzhausen mit dem „Forellenquintett“, dem Standardwerk der Kammermusik mit Kontrabass. Das „Round Table“ - Gespräch mit Vertretern des VBSM, der Musikhochschulen, der Studenten und der Presse hat sich inzwischen als fester Bestandteil des Aktionstags etabliert. Hier wurde intensiv die, angesichts steigender Nachfrage von Schülern und Musikschulleitungen, entstandene Problematik des Lehrermangels am Kontrabass diskutiert. Die Notwendigkeit einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den Musikschulen und den Hochschulen bzgl. der Ausbildungssituation mit dem Berufsziel „Hauptberuflicher Kontrabasspädagoge“ wurde deutlich. 

Unsere Website unter: www.pak.musikschulen-bayern.de ist weiterhin die erste Anlaufstelle für interessierte Kollegen, Musikschulleitungen, Schüler und Eltern. Angefragt werden inzwischen die neuesten Entwicklungen im Bereich Instrumentenbau und Unterrichtsliteratur, sowie zunehmend die Kontaktsuche von Musikschulleitungen und Lehrkräften bzgl. einer Stellenbesetzung. 

Das im vergangenen Schuljahr erstmals auch als bayernweite VBSM-Fortbildung angebotene Seminar "Ensemblearbeit mit dem Minibass" hat bei den teilnehmenden MFE-, MGA- und Ensemblelehrern die Nachfrage nach einer weiteren Fortbildung dieser Art hervorgerufen.

Deshalb ist auch im kommenden Schuljahr (November 2007) eine solche Veranstaltung vorgesehen.  Dabei werden die Teilnehmer in erste rudimentäre Spieltechniken und Einsatzmöglichkeiten des Kontrabasses (speziell der Kinderbasses) im Rahmen von Früherziehung, Musikalischer Grundausbildung und Ensemble eingeführt, wo er ideal als Bassinstrument im Gruppenmusizieren (z.B. mit Orffinstrumenten) eingesetzt werden kann. 

Diese Fortbildung wird für interessierte Musikschulen auch vor Ort durchgeführt, wie im Mai 2007 in der Musikschule Eching. Anfragen für Termine an Stephan Bauer.
 

Im Bereich des Baus und der Weiterentwicklung von Minibässen sind die Hersteller dieser Instrumente inzwischen zuverlässige Partner der PAK Bayern. So konnten die Firmen Mastri (Freudenstein-Bass), Thomastik (Saitenhersteller) und Horst Grünert (Kontrabassbau) als Sponsoren des 4. BAVARIAN BASS CAMPS gewonnen werden. Hier hat sich im übrigen eine Wettbewerbssituation ergeben, die den Anschaffungspreis der „Minibässe“ für die Musikschulen und Schülereltern erheblich vergünstigt hat. Ebenfalls bemühen sich die Hersteller, angesichts der steigenden Nachfrage, um günstige Leih- bzw. Leasingkonditionen.

Beim 29.Bayerischen Musikschultag in Bad Kissingen war die PAK Bayern wieder mit einem Infostand für die anwesenden Musikschulleitungen vertreten. Dass die PAK Bayern mit ihren Aktivitäten rund um den Kontrabass inzwischen bei den Musikschulen in ganz Bayern für Aufmerksamkeit und großes Interesse sorgt, bewiesen die vielen und intensiven Gespräche zum Thema und die Bitten der Schulleitungen um Kontaktaufnahme vor Ort. Vorgesehen ist ein Beitrag der PAK Bayern beim Konzert des Bayerischen Rundfunks anlässlich des 30. Musikschultags in Garmisch-Partenkirchen im Oktober 2007.

Auch überregional bzw. „international“  ist die PAK Bayern aktiv. So war der Leiter der PAK Bayern im Herbst 2006 als Dozent einer 2-tägigen Fortbildung des Oberösterreichischen Musikschulwerks „Der frühe Beginn auf dem Kontrabass“ eingeladen, das „Netzwerk PAK Bayern“ vorzustellen. Eine ähnliche Veranstaltung wird am 15.September 2007 in der Landesmusikakademie Berlin mit dem Thema „Forum Kontrabasspädagogik“ stattfinden, bei dem wiederum Stephan Bauer als Dozent geladen ist.

Zum Thema PAK Bayern und Minibass bietet die PAK Bayern kurze Einführungsreferate anlässlich musikschuleigener Fortbildungstage an. Interessierte Musikschulen wenden sich bitte direkt an Stephan Bauer, Leiter der PAK Bayern.

Das 4.Bavarian Bass Camp 2006, fand vom 20.2.-23.2.06 in der Bayerischen Musikakademie Alteglofsheim bei Regensburg statt. Unter dem Motto „Lehren und Lernen“ kamen dieses Mal  wieder  70 Kontrabasslehrer, Kontrabassschüler, Hochschulstudenten, Orchestermusiker, Hochschuldozenten und Instrumentenbauer zusammen. Es waren die Bereiche Minibass, Kontrabassensemble, Jazz/Pop und Orchester von dem schon bewährten Dozententeam (George Davis, Uwe Einzmann M.A., Thomas Jauch, Georg Karger, Karola Piel, Dr. Markus Quabeck, Nele Weissmann) angeboten.  Inzwischen ist der Auftaktabend gemeinsam mit dem „Jugendstreichorchester der Musikschule Landshut“ unter Leitung von Herbert Gill eine kleine Tradition und dieses Mal durften 3 der teilnehmenden Schüler je einen Satz eines Kontrabasskonzertes zur Aufführung bringen. Wieder eine Neuerung, die zur guten Regel werden soll.  Auch Matthias Weber (ab Herbstsemester 2007 Professor an der Musikhochschule Stuttgart) hatte wieder seine beiden Kontrabassklassen aus München und Stuttgart für einen Vortragsabend mitgebracht. Eine weitere Neuerung war das „Solorecital“, bei dem sich Teilnehmer gesondert mit solistischen Darbietungen präsentieren konnten. Schwerpunkt der „4.Alteglofsheimer Bassgala“  als Abschluss des BAVARIAN BASS CAMPS waren dieses Mal die Ensembleleistungen, die im Laufe des Camps erarbeitet wurden.

Eine neue Zusammenarbeit hat sich im Anschluss an das 4.BAVARIAN BASS CAMP mit dem Ostbayerischen Jugendorchester ergeben. Thomas Jauch, Solobassist der Staatsoper München und aktives PAK-Mitglied, übernahm in Anschluss an das Camp auf Vermittlung der PAK die Betreuung der Bassgruppe dieses Orchesters. 

Der regelmäßige monatliche Newsletter per E-Mail findet eine sehr positive  Resonanz

Er beinhaltet neueste Informationen zu Unterrichtsliteratur, Kursen, CDs und DVs, aktuellen Konzertterminen, Terminen der Vortragsabende der Musikhochschulen und Musikschulen.

Wer diesen Newsletter erhalten möchte, bzw. aktuelle Informationen zum Thema Kontrabass veröffentlichen möchte, sendet eine entsprechende E-Mail an pak.bayern@musikschulen-bayern.de

Projekte für die Zukunft sind das 5.BAVARIAN BASS CAMP 2008, die Arbeitstreffen im Herbst 2007 und Frühjahr 2008, sowie der 12.Aktionstag Kontrabass im Januar 2008 in München. Ein eigenes Forum zum Thema „Jugend musiziert“ ist in Planung. Auch ein regelmäßiges bundesweites Treffen der Landearbeitsgemeinschaften Kontrabass in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie in Trossingen und dem VdM ist von der PAK Bayern initiiert.

An dieser Stelle nochmals die herzliche Einladung an alle interessierten Musikschulleiter, Fachlehrer, usw. mit der PAK Bayern Kontakt aufzunehmen.


Jahresbericht 2004/2005 der PAK Bayern für den VBSM e.V.

(Zum Download hier anklicken!)


Jahresbericht 2003/2004 der PAK Bayern für den VBSM e.V.

(Zum Download hier anklicken!)






Spass an Bass und Bogen: Mini-Kontrabass erobert Kinderherzen

Von Annette Berger, dpa (Februar 2006)
(Mit Bild MUN......)


 München (dpa/lby) - Ferdinand liebt himmelblau, Julian findet ein frisches Frühlingsgrün fantastisch und Anika hat ihr schlichtes holzfarbenes Instrument gleich mit einem großen Glitzer-Schmetterling verziert. Die drei Erstklässler aus Erding, Passau und Mühldorf am Inn teilen seit kurzem eine nicht ganz gewöhnliche Leidenschaft: Seit September zupfen und streichen sie einen bunten Minibass. Langsam aber stetig erobert der Kontrabass im Kleinformat Kinderherzen, meinen Musikexperten. Zugleich trauen sich immer mehr Mädchen an das größte und tiefste Streichinstrument.

Natürlich sei der Kreis der Mini-Bassisten im Vergleich zu anderen
Instrumentalgruppen derzeit noch "überschaubar klein", sagt Stephan Bauer, Chef der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (PAK Bayern), beim 10. Aktionstag Kontrabass am Samstag an der Münchner Musikhochschule. "Aber wir sind ein kleines agiles Völkchen wie damals die Gallier", betont der Kontrabass-Experte aus Passau mit einem verschmitzten Lächeln.

Noch vor zehn Jahren hatte zur Premiere des Aktionstags kein Kind in den historischen Sälen der renommierten Musikhochschule vorgespielt. Eine Dekade später zupfen und streichen 25 Schüler zwischen fünf Jahren und Volljährigkeit ein buntes Programm an diesem sonnigen Wintertag. "Was da kommt ist sehr positiv und eine ganz unglaubliche Entwicklung", bestätigt auch Prof. Klaus Trumpf, Chef der Kontrabass-Abteilung an der Münchner Hochschule für Musik und Theater.

Für die zierlichen Körper und zarten Hände haben findige Instrumentenbauer im In- und Ausland kleinformatige Bässe entwickelt und handgefertigt. "Für Fünf- bis Sechsjährige bieten wir den 1/16-Bass zum Starten", erklärt Geigenbauer Manfred Rusch aus Augsburg und zeigt das gerade mal gitarrengroße Instrument. Edel und wertvoll sind die kleinen Kostbarkeiten aus Holz und im Einzelfall bis zu mehrere tausend Euro teuer. Damit Eltern künftiger Nachwuchsbassisten nicht gleich abgeschreckt werden, bieten die meisten Musikschulen Minibässe in den ersten Unterrichtsjahren kostenfrei oder gegen geringe Gebühr.

Für genügend Spaß beim Üben sorgen einfallsreiche Lehrer wie Stefan Scheicher aus Vöcklabruck. "Für die Sieben- und Achtjährigen gab es wenig Literatur, da habe ich selbst eine Kontrabass-Schule für Kinder geschrieben", erzählt der Musiklehrer, der seit zehn Jahren in Oberösterreich den Minibass-Bogen schwingt und bei Kindern den Einstieg im Grundschulalter empfehlen kann. Dann sorgen lustige Themen wie die "Die Geschichte vom Bären Gustav" für gute Stimmung beim Übungsmarathon. Denn auch beim Start mit Bass und Bogen gilt die alte Regel: Ohne Fleiß kein Preis.

Damit die Sache funktioniert, greifen Lehrkräfte wie Sabine Haußner von der Musikschule München auch gerne mal in die Trickkiste. "Bei 100 Übungsminuten pro Woche bekomme ich einen Smily, bei 150 gibt es einen Stempel und bei 200 etwas aus der Überraschungskiste", verrät Selim, ihr achtjähriger Schüler aus der Türkei.

Immer beliebter wird der Bass bei Kindern vor allem wegen seiner Vielseitigkeit, betont Georg Karger von der Kreismusikschule Erding. "Klassik oder Jazz, Orchester oder Ensemble - einfach alles ist möglich", meint der Profi. Eindrucksvoll beweist das sein zwölfjähriger Schüler Dominik: Bei einer lässigen Barpiano-Nummer wippt der Jugend-musiziert-Preisträger mit einer eigenen Begleit-Combo cool an seinem riesigen Instrument.

Inzwischen bietet jede dritte Musikschule im Freistaat Unterricht am Mini-Bass. "In der Nachwuchsförderung spielt Bayern eine Vorreiterrolle in Deutschland", bestätigt Klaus Trumpf, der seit vielen Jahren Meisterkurse in aller Welt leitet. "Unsere Jugend-Orchester sind schon heute mit Bassisten gut ausgestattet." Sorgen bereitet dem Professor dagegen der Blick ins Profi-Lager. "Da ist der Sprung noch lange nicht geschafft", weiß der Förderer des in Fachkreisen weltberühmten "Bassiona Amorosa"-Quartetts.

Die vier Ausnahmekünstler aus Georgien, Weißrussland, Tschechien und der Slowakei sind nach dem Studium in München längst auf internationalem Parkett unterwegs. Wahrhaft virtuos und zugleich bezaubernd gefühlvoll zeigen der 25jährige Andrej Shynkevich und sein drei Jahre älterer Kollege Giorgi Makhoshvili beim abschließenden "Konzert der Hochschulklassen" ihr großartiges Können. Aber da sind die Minibässler Ferdinand, Julian und Anika schon wieder auf dem Nachhauseweg: Noch liegen Welten zwischen ihnen und der Meisterklasse.


NMZ -Artikel zum 9.Aktionstag 2005
"Lasset die Kinder zum Kontrabass kommen"
(Anklicken zum PDF - Download)










NMZ  12/04 1/05

Bass – Bässer – 40 Bässe


Eine Nachlese zur VBSM-Fortbildung „1. Bavarian Bass Camp“


Ungewöhnlich viele Autos standen im Schlosshof der Musikakadamie Alteglofsheim. Große und kleine Instrumentenhüllen wurden hervorgeholt. Noch gut geschützt befanden sich darin die tiefen Begleiter der Kontrabassisten. Diese hatten sich aus ganz Bayern, Baden-Württemberg und Österreich auf den Weg gemacht in die Bayerische Musikakademie – zum 1. Bavarian Bass Camp (BBC)

Anfänger und Hochschulstudenten Nebenfachinstrumentallehrer und Solobassisten der Staatsoper, die betreuende Bassisten-Mutter, der Kontrabassbauer, der 6-jährige Benjamin und der 80-jährige Joachim, sie alle erwarteten die erste Fortbildung der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im VBSM (PAK Bayern). „Lehren und Lernen“ lautete das Motto dieses außergewöhnlichen Workshops für 40 Bassisten, der durch die finanzielle Unterstützung des VBSM und dem überdurchschnittlich großen Engagement der Dozenten ermöglicht wurde. Die inhaltliche Gestaltung des BBC orientierte sich an den Bedürfnissen des Musikschul-Alltags. Die Dozenten Nele Weissmann (Mini-Bass), Uwe Einzmann (Kontrabassensemble), Georg Karger (Bass in Jazz und Pop), Thomas Jauch (Orchesterliteratur, Umgang mit PC im Instrumentalunterricht) und Stephan Bauer (Aufwärmtechniken und Organisation) vermittelten die vielfältigen Möglichkeiten, auf einem Kontrabass zu musizieren. Dabei unterstützt wurden sie von Joachim Trunte am Klavier und Thomas Wörle sowie Severin Rauch am Schlagzeug. Neben der breiten Palette des Bass-Spiels gab das Dozententeam auch Einblicke in neue Unterrichtsformen. Ein ansprechendes Rahmenprogramm begleitete die intensiven Lerneinheiten. Die Klasse von Matthias Weber der Hochschule für Musik in München präsentierte sich in einem fulminanten Konzert, der Passauer Kontrabassbauer Oskar
Kappelmayer checkte die Instrumente in seiner mobilen Basswerkstatt, und Thomas Jauch referierte über das Thema „Interpretation von Orchesterstellen“. Die Dozenten konzertierten zur Freude aller Teilnehmer am „Bass-Feierabend“, und alle gemeinsam bestritten sie zum krönenden Abschluss die „Erste Alteglofsheimer Bass-Gala“. In den ehrwürdigen Schlosshallen erklang zum großen Finale die Eurovisionsfanfare, gespielt von 40 jungen und alten, erfahrenen und noch ganz „grünen“ Bassistinnen und Bassisten. Eine ungewöhnliche Bassgemeinschaft erlebte ein ungewöhnliches Projekt mit großartigem Ausgang. Mit auf den Weg gab es für jeden Teilnehmer eine vor Ort produzierte CD-Aufnahme und das von Thomas Jauch verfasste „Spielbuch für Minibässler“. „Die Begeisterung der Teilnehmer ist so groß, klar, dass wir da auch im nächsten Jahr wieder ein Bass Camp organisieren werden“, sagt Projektleiter Stephan Bauer, Leiter der PAK Bayern. Der Termin steht bereits fest: Das 2. Bavarian Bass Camp wird vom 8. bis 11. Februar 2005 in der Musikakademie Alteglofsheim stattfinden. Vormerken sollten sich alle Kontrabassisten auch den 9. Aktionstag Kontrabass am 22. Januar 2005, von 10.30 bis 17.00 Uhr, in der Hochschule für Musik und Theater München. Das 13. Arbeitstreffen der PAK Bayern findet am 5. März 2005 in der Musikschule Nürnberg statt.
Weitere Informationen im Internet unter www.pak.musikschulen-bayern.de




Jugend musiziert


Dem Landesausschuss Jugend musiziert liegt eine Liste mit Adressen von PAK-Mitgliedern vor, die sich als Juroren bei den Regionalwettbewerben zur Verfügung stellen. Wir bitten bei jedem Kontakt mit Jugend musiziert auf diese Liste hinzuweisen und um Vermittlung qualifizierter Juroren für den Kontrabass zu bitten.

Durch Vermittlung der PAK Bayern über die VdM-Initiative Pro Kontrabass konnte Herrn Hermann Stürzer aus Teisendorf (Landespreisträger 2003, Bundespreisträger 2001) am 9.Oktober 2003 in Hamburg ein hochwertiges Instrument der Stiftung Musikleben überreicht werden. Wir gratulieren ihm und auch den beteiligten Institutionen für ihr reges Interesse am Kontrabass.